Thu, 10 Jan 2008

Handykarten-Tauschbörse

Seit heute bietet der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung eine Tauschbörse für Prepaid-Handykarten an. Ziel dieser Aktion ist es, die kürzlich gestartete Verbindungsdatenspeicherung sowie die behördlichen Datenabfragen ad absurdum zu führen.

Über 1.000 Behörden sind laut AK Vorrat dazu berechtigt, die Kundendaten der Telekommunikationsanbieter abzufragen. �Laut Bundesnetzagentur rief der Staat im Jahr 2006 über 3 Mio. mal Kundendaten der Telekommunikationsanbieter ab. Polizei, Zollfahndung, Geheimdienste, Finanzdienstleistungsaufsicht und Zoll haben sogar einen Online-Zugriff auf Name, Anschrift und Geburtsdatum der Rufnummerninhaber�, so die aktuelle Pressemitteilung.

Das Tauschverfahren ist ganz einfach: Interessierte senden eine freigeschaltete, mit 10€ aufgeladene Prepaid-Karte mitsamt PIN und frankiertem Rückumschlag an die hier genannte Adresse, und bekommen wenige Tage später eine ebensolche fremde Karte per Post zurück. Beteiligen sich erst einmal genügend Leute an solchen Tauschaktionen, wird die umfassende Datenspeicherung und -abfrage bei Prepaid-Karten sinnlos - und ermöglicht auch noch anonymes Telefonieren.

Der Tausch ist übrigens völlig legal. Man muss allerdings damit leben, dass die unter eigenem Namen registrierte Karte von Fremden weiterverwendet wird. Durch die Teilnahme an der Tauschbörse sollte jedoch schnell klar sein, dass die jeweiligen Kundendaten für Behörden keine Beweiskraft haben können.

UPDATE 17.01.2008: Der AK Vorratsdatenspeicherung hat die Tauschbörse nun vorerst wieder gestoppt. In einer Meldung, die aktuell unter kartentausch.vorratsdatenspeicherung.de erscheint, werden keine konkreten Gründe für den plötzlichen Stop genannt. Es wird auch nicht erwähnt, dass das Ende der Aktion erst nach starker Kritik und Sicherheitsbedenken des CCCB beendet wurde. Die eher peinliche Anmerkung, es habe sich nur um eine Tauschbörsen-Testphase gehandelt darf man wohl als Ausrede werten, da von einem Test zuvor keine Rede war. Neben vielen Anderen dürften erst recht die bisherigen TeilnehmerInnen, die nun ihre Karten zurückbekommen werden, ihr Vertrauen in die Aktionen des AK Vorrat verloren haben.
Ein peinliches Ende also, für eine anscheinend überstürzt angeleierte Aktion.

Hier ein Screenshot von der Erklärung zum Ende der Tauschbörse


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