Thu, 16 Sep 2010
Diaspora - erster Preview-Test
Seit heute ist es also endlich so weit: Das schwer gehypte OpenSource Pendant zu Facebook, ein Soziales Netzwerk, das zur Abwechslung Wert auf den Schutz der Nutzerdaten legt/legen will, ist in einer ersten Preview-Version erschienen. Pre-Alpha und weit entfernt vom Status »geeignet für den Produktiveinsatz«: Diaspora
Zunächst einmal: Man muss Zeit und Geduld mitbringen. Der Testserver http://pivots.joindiaspora.com/ nimmt Registrierungen an, und man kann sich einloggen. Der Server jedoch ist völlig überlastet, das System arbeitet offensichtlich an seiner absoluten Grenze: Möglicherweise ist der Ansturm an Interessenten verantwortlich für den noch oft erscheinenden Hinweis: »The page you are looking for is temporarily unavailable.«
Hat man den Sprung über diese Seite einmal geschafft, gelangt man in sein Nutzerverzeichnis und kann erst einmal — nicht viel machen: Die Suche nach anderen Accounts funktioniert zwar, man kann Freunde einladen und erste Nachrichten veröffentlichen. Wie man sich die Accounts anderer Leute allerdings anschauen kann? Keine Ahnung: In der Adresszeile stehen die Usernamen momentan nur als Hashwert, und keine Informationen zum Nutzer werden angezeigt.
Die Freundeslisten können nach »Aspects« sortiert, und neue Listen angelegt werden. Bildergalerien sind zwar angelegt, funktionieren allerdings noch nicht. Auch die versprochenen detaillierten Datenschutzeinstellungen sind noch nicht eingebaut: Momentan kann das Passwort geändert werden, mehr nicht.
Wie gesagt: Das System ist weit davon entfernt, benutzbar zu sein - dazu ist es aber auch noch nicht gedacht. Eine Vorstellung davon, wie es einmal werden könnte, kann man sich allerdings durchaus machen — und es sieht recht schick aus: Simples Layout, Kontaktlistenpflege per Drag&Drop, Bildergalerien und Kommentarfunktionen.
Spannend allerdings ist, ob es tatsächlich machbar sein wird, schon im Oktober ein Alpha-Release hinzubekommen, das schon in zwei bis sechs Wochen ein wenig rund laufen könnte. Eine echte Chance dürfte das Projekt wohl eh nur haben, wenn die »Burner«-Funktion kommt, dass BenutzerInnen ihre Daten von Facebook übernehmen, und auch wieder dorthin zurückspielen können.
Bis dahin wird es für die meisten wohl heißen: »Warum Diaspora? Alle meine Freunde sind doch bei Facebook.«
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