Mon, 26 Oct 2009

Tor fürs Smartphone

Vor wenigen Tagen gab Nathan Freitas in seinem Blog bekannt, dass er erfolgreich eine Tor-Version auf dem Android-Smartphone installiert habe.

Freitas arbeitete daran als Teil seines Engagements im Guardian-Projekt, das sich der anonymen und sicheren Kommunikation mit Google's Opens-Source Mobilplattform Android widmet. Im Zuge des Guardian-Projekts, das vor ein paar Monaten schon einen Preis im Zuge der UC Berkeley Human Rights Center Mobile Challenge erhalten hatte, wurde nun der Tor-Client Orbot entwickelt, der wie auf dem PC Vidalia oder Tork die Prozesse der Anonymisierungssoftware steuert.

Orbot ist komplett in C geschrieben, und soll weniger Ressourcen benötigen, als die entsprechenden bisherigen Implementierungen in Java. Über Versuche, Tor auf dem Android zu installieren wurde schon vor einem Jahr berichtet, und es gibt weiterhin die - allerdings nicht stark frequentierte - Mailingliste zu Tor-in-Java:
Freitas scheint mit seiner Orbot-Entwicklung nun allerdings bereits am weitesten vorangekommen zu sein, und ruft zu aktiver Mitarbeit auf.

Danke an byebyeapplecomputer für den Tip!


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Wed, 22 Jul 2009

Crash

Systemcrash.
Nach dem Hochfahren meldet sich Cron nett per mail, dass es einen Fehler in der Ausführung von logrotate gab: Aus irgendwelchen Gründen konnte eine Logdatei von Exim nicht verarbeitet werden.
Erster Gedanke: »Ich bin root, ich darf das!« Aber nicht doch, fehlende Berechtigungen verhindern das Löschen, signalisiert das System... Tatsächlich zeigt ls:

ls -alh
-rw-r----- 1 Debian-exim 49145 1,9K 21. Nov 1932 mainlog.4.gz

Wobei es die Gruppe 49145 nicht gibt.
In einem solchen Fall sind durch den Crash die Dateiattribute durcheinander geraten, und diese Dateien können dadurch (manchmal) nicht mehr bearbeitet werden. Hilfe gibt es allerdings durch lsattr und chattr. Ersteres zeigt die Attribute im ext-Dateisystem an, während Zweiteres diese wieder gerade biegen kann: und zumindest logrotate ist nun wieder zufrieden.


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Tue, 10 Mar 2009

Studentenwerk Göttingen empfiehlt: Stop RFID

Studentenwerk Gö: StopRFID
Bildausschnitt:
Webseite des Studentenwerks Göttingen.

An dieser Stelle wurde ja schon ein paar Mal über die unsicheren Studierenden-Chipkarten der Universität Göttingen geschrieben, und auch die Basisgruppe fIMP hat vor gar nicht so langer Zeit einen Kommentar dazu veröffentlicht.

Nun scheint inzwischen auch dem Studentenwerk Göttingen selbst diese Chipkarte nicht mehr ganz geheuer zu sein: Wie man auf nebenstehendem Bild sehen kann, werden den Studierenden nun tatsächlich Schutzkästchen aus Metall angeboten, um sich vor dem ungewollten Auslesen der Karten zu schützen.

Das lustigste an der Sache: Das Studentenwerk gab diese RFID-Karten selbst in Zusammenarbeit mit der Universität heraus - um nun ein paar Jahre später ausgerechnet Schutzhüllen mit dem Aufdruck »Stop RFID« zu verkaufen.

Selbstironie at it's best eigentlich...


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Sun, 18 Jan 2009

Dingledine erklärt Tor...

... in weniger als vier Minuten:



»Our role is to give a tool to people who want to change their world however they want to change it. And there are a lot of people out there who want the world to be different, and want to be able to learn things, and want to be able to publish things.
And we are sympathetic to them, but our role is just to give them more options and let them do whatever they want to do.
So at the same time as writing tools like this there are plenty of people out there who need to do whatever they need to do - to change the world.«


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Sat, 10 Jan 2009

fetchmail: Mails anonym über Tor abholen

All diejenigen, die schon einen einsatzbereiten Tor-Client eingerichtet haben, können diesen natürlich auch dazu nutzen, um anonymisiert Mails abzurufen. Unter Linux mache ich das im Normalfall per fetchmail. Im Tor Wiki gibt es mehrere Anleitungen, wie man verschiedene Programme dazu bringt Tor zu nutzen - unter anderem auch fetchmail.

Ich habe die Einstellungen einmal durchprobiert und musste feststellen, dass mit meiner Konfiguration nur eine dieser Möglichkeiten funktioniert hat: Diejenige mit dem fetchmail-plugin-Fähigkeiten nämlich:

Zunächst sollte man in der Datei /etc/tor/tor-tsocks.conf nachschauen, ob folgende Einträge enthalten sind:

server = 127.0.0.1
server_port = 9050

Bei mir war das in der unter Debian installierten Version bereits der Fall. Das gleiche gilt für den Eintrag in der Privoxy-Konfiguration unter /etc/privoxy/config:

listen-address 127.0.0.1:8118

Weiter geht es mit den direkten Vorbereitungen für fetchmail: Hat man beispielsweise einen Mailaccount bei gmx.de, sollte man zuerst via

tor-resolve pop.gmx.net

herausbekommen, welche IP-Adresse dieser Server hat, nämlich die 213.165.64.22. Dieser Schritt ist aus dem Grund wichtig, da bei Angabe des Server-Domainnamens ansonsten vor der Mailabholung DNS-Anfragen zur Namensauflösung ungeTORt durchgeführt würden.

Da die Mails ausserdem über eine gesicherte ssl-Verbindung abgeholt werden sollten, besorgt man sich noch das entsprechende Zertifikat via

openssl s_client -connect pop.gmx.net:995 -showcerts

Den im folgenden angezeigten Bereich zwischen -----BEGIN CERTIFICATE----- und -----END CERTIFICATE----- kopiert man in eine Textdatei, hier im Beispiel cert.pem. Die beiden Zeilen mit den Spiegelstrichen müussen dabei selbstverständlich mit eingefügt werden.

Anschliessend lassen wir uns den Fingerprint des Zertifikats anzeigen:

openssl x509 -in cert.pem -noout -md5 -fingerprint

In diesem Fall wird folgendes ausgeworfen: MD5 Fingerprint=BA:03:AC:50:A9:A0:C7:AF:1E:79:3A:B7:C0:E7:19:5E
Diese Informationen müssen nun in der Datei .fetchmailrc im lokalen Benutzerverzeichnis zusammengetragen werden. Diese sollte anschliessend in etwa so aussehen:

set daemon 300       #Mailabruf alle 300Sekunden
set postmaster "$USER"       #User, der fetchmail startet
set no bouncemail
set logfile /home/$USER/.fetchmaillog       #zur Kontrolle aktivieren wir erstmal eine Logdatei

#Server

poll 213.165.64.22 with       #IP des POP-Servers
       plugin "socat STDIO SOCKS4A:127.0.0.1:%h:%p,socksport=9050"    #tsocks benutzen, über Tor verbinden
       proto pop3
       user 1234567    #Benutzername bei gmx
       pass 89101112    #Passwort bei gmx
       is $USER    #lokaler Benutzername
       ssl     #Verbindung verschlüsseln
       sslcertck    #Zertifikat überprüfen
       sslcommonname pop.gmx.net    #Der im Zertifikat angezeigte Servername
       sslfingerprint "BA:03:AC:50:A9:A0:C7:AF:1E:79:3A:B7:C0:E7:19:5E"    #der Fingerprint des Zertifikats
#     keep    #Falls die Nachricht auch auf dem Server verbleiben soll, die Raute am Beginn der Zeile entfernen

mda '/usr/bin/procmail -f fetchmail'    # Mails an den Mailfilter procmail leiten

Das war's auch schon. Nun kann im Terminal fetchmail eingegeben und gestartet werden. Ab sofort werden alle fünf Minuten die Mails dieses Accounts über das Tor-Netzwerk abgerufen und die eigene Rechner-IP vor gmx verborgen.

Möchte man nun noch schauen, ob wirklich keine DNS-Anfragen an Tor vorbeigeleitet werden, kann in die Datei /etc/tor/torrc noch

SafeSocks 1
TestSocks 1

nachgetragen werden. Danach erscheinen nach einem /etc/init.d/tor --force-reload in der Tor-Logdatei Meldungen, ob diese Anfragen erfolgreich über den Anonymisierungsserver gestellt worden sind.

UPDATE (19.01.09):
Im IRC-Channel des Torprojekts wurde der Hinweis gegeben, dass es gerade im Zuge der Vorratsdatenspeicherung - und bei Mailaccounts welche mit realer Identität angelegt wurden - sogar gefährlich geworden sein könnte, Mails über Tor abzurufen: Es könnten falsche Rückschlüsse gezogen werden, falls die IP-Adresse für den Mailabruf in anderen Zusammenhängen schon einmal aufgetaucht ist.

Über Tor sollten also am besten ausschließlich Postfächer abgerufen werden, die nicht mit einer realen Identität in Zusammenhang gebracht werden können.


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Sun, 04 Jan 2009

Privatix: Ein Debian Live-System

Auf das neue Debian GNU/Linux-basierte Live-System des Journalisten Markus Mandalka bin ich schon während des 25. Chaos Communication Congress aufmerksam gemacht worden - Zeit für einen kleinen Test habe ich mir heute mal genommen:

Hat man sich das iso-Image hier heruntergeladen und auf CD gebrannt, fährt es ein auf den ersten Blick ganz normales Debian mit Gnome-Desktop als Live-System hoch (d.h. das ansonsten installierte Betriebssystem bleibt dabei unberührt). Entscheidend anders ist hier allerdings nun der erscheinende Installations-Button auf dem Desktop:
Einen mindestens 4GB großen usb-Stick oder eine externe Festplatte vorausgesetzt, kann durch Anklicken dieses Buttons ein kleines portables Debian auf einen mobilen Datenträger kopiert werden. Der Clou dabei ist, dass nach Auswahl des entsprechenden Mediums alle Daten in einen verschlüsselten Bereich kopiert werden. In der Laufwerksauswahl werden dabei nur externe Laufwerke angezeigt um zu verhindern, dass man die Daten auf dem Desktoprechner überschreibt: Ist also DAU-kompatibel das Ganze ;)

Mit meinem usb-Stick benötigte der Kopiervorgang etwa eine halbe Stunde - eine Prozedur, die sich jedoch lohnt: Man erhält ein portables, verschlüsseltes Debian für unterwegs. Mit dem Stick kann man nun das eigene Linuxsystem an fremden Rechnern booten und/oder diese warten.

Auf der Webseite trägt das Projekt den Untertitel: »USB-Live-System zum Selbstdatenschutz«. Das trifft allerdings nur für die Verschlüsselung des Mediums zu. Zwar sind Programme mitgeliefert, um die Privatsphäre des Users zu schützen - voreingestellt ist das alles jedoch nicht: Der Anonymisierungsdienst Tor wird beim Systemstart geladen, andere Programme sind allerdings nicht vorkonfiguriert, diesen Dienst auch zu nutzen. Auch lassen im Iceweasel/Firefox die Voreinstellungen JavaScript zu, und Formulardaten/Passwörter werden gespeichert - wenn auch innerhalb des verschlüsselten Systems.

Verglichen mit einer anderen, auf Privatspähre achtenden Live-CD, Incognito, wurde also weniger in die Konfigurationen der Software eingegriffen. Im auf Gentoo basierenden Incognito wurde darauf geachtet, dass jegliche Kommunikation des Systems nach 'draussen' ausschliesslich anonymisiert durch Tor geschieht. Im Internetcafe am Windows-Rechner lässt sich Incognito mit dem mitgelieferten qemu innerhalb einer virtuellen Maschine starten - ein Vorteil, da man an solchen Rechnern eher nicht komplett neu starten darf.

Aber natürlich ist Privatix eine sehr feine Sache: Es ist nun kinderleicht sein/mein liebstes Betriebssystem auf eine mobile Festplatte zu installieren, noch dazu komplett verschlüsselt. Mit ein paar kleinen Handgriffen sind auch die Verbindungen durch Tor geroutet - ist halt ein etwas anderer Ansatz als bei Incognito.


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Thu, 01 Jan 2009

ntpdate sagt gerade...

~$ ntpdate-debian
1 Jan 00:00:00 ntpdate[13413]: adjust time server 213.95.21.206 offset -0.055192 sec

und das ungeschummelt. Frohes also @ all.


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