Wed, 30 Jan 2008
Neue Tor-Distributionen
Steven J. Murdoch gab heute die Verfügbarkeit eines neuen Firefox-Tor-Vidalia-Bundles bekannt. Das Projekt befindet sich noch
in den Kinderschuhen, und sollte daher noch ausgiebig getestet werden. Der Tor-browser-bundle erinnert
an das früher mal erhältliche Torpark, und kann ab sofort hier heruntergeladen werden.
Installiert werden kann das Paket auf der Festplatte, oder auch auf den usb-Stick - so kann man
bspw. auch in Internet-Cafes anonymisiert das Netz ersurfen. In dem Bundle enthalten sind Vidalia (svn trunk
revision 2337), Tor (0.2.0.18-alpha), FirefoxPortable (2.0.0.11) und
Polipo (1.0.4).
Außerdem gab es auch gleich die erste 2008er Version der Tor-LiveCD Incognito, wie der neue anonyme Entwickler bekannt gab. Leider wurde der
Windowmanager Fluxbox von der CD gekippt, und nur noch auf
KDE gesetzt - schadeschade. Daneben wurden ein paar Bugs beseitigt und auf neuere Programmversionen
zurückgegriffen. Unter anderem enthalten sind Tor (0.1.2.19), Thunderbird (2.0.0.9), Firefox
(2.0.0.11), TorK (0.26), Vidalia (0.16) und der Linux kernel 2.6.23.
Der bisherige Entwickler Pat
Double hat damit die Entwicklung komplett abgegeben. Leider muss nun also auf Fluxbox, und auch auf die
Entwicklung von Incognito-tiny, einer 50MB Mini-Version der LiveCD verzichtet werden...
Mal schauen, ob
unter diesen Umständen an dieser Stelle noch weiterhin auf dieses Projekt hingewiesen wird....
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Mon, 28 Jan 2008
mutt - automatisch verschlüsseln... falls key vorhanden
Wenn man - wie ich - schon seit langem sein GnuPG so konfiguriert hat,
dass zu allen daheim in der Mailbox ankommenden gpg/pgp-signierten Mails der passende Schlüssel gleich
heruntergeladen wird, sollte sich auch einmal Gedanken darüber machen, ob sie/er diese immer
größer werdende Schlüsselsammlung nicht auch intensiver sinnvoll nutzen sollte.
Das automatische Herunterladen und Hinzufügen zum Schlüsselbund erfolgt über zwei
Einträge in der Datei ~/.gnupg/gpg.conf
keyserver x-hkp://keyserver.pramberger.at
keyserver-options no-honor-http-proxy,auto-key-retrieve,include-revoked,include-subkeys
Durch eine lange Zeile in der Datei ~/.muttrc kann dieser Mail-Agent nun dazu bewogen werden,
vor dem Versand jeder neuen Mail zu prüfen, ob zur Empfängeradresse nicht auch ein passender
gpg/gpg-Schlüssel vorhanden ist. Gibt es ein oder mehrere Exemplare, zeigt mutt diese automatisch
an, und bietet die Option einen Schlüssel auszuwählen.
Zusätzlich gibt es noch viele gpg/pgp-relevante Befehle mehr für mutt.
Für mich erstmal wichtig waren das standardmäßge signieren, und eben dazu einen
definierten Schlüssel verwenden - für den Fall, man besitzt mehrere eigene geheime
Schlüssel. Das danach folgende Macro lässt mutt durch drücken der Tasten Escape + 2 den
alternativen zweiten eigenen Schlüssel für die Signatur verwenden.
~/.muttrc
set pgp_autosign=yes
set pgp_sign_as="YOUR_KEY_UID"
macro generic "2" " set pgp_sign_as=YOUR_2ND_KEY_UID "
##Folgendes in eine einzelne lange Zeile, und schon wird auf vorhandene Keys geprüft
source 'gpg --list-keys | perl -e "while(<>){/(\\b|[<(])([^ \\t]+@[^ \\t]+\.[^ \t]+)(\\b|[>)])/ and $a{$2}=1;}print map qq/send-hook \"~C $_\" set pgp_autoencrypt\n/, keys %a;"|'
Um die nun hoffentlich desöfteren verschlüsselt versandten Mails noch lokal in der sent-Mailbox nachlesen zu können, verschlüssele man einfach alle ausgehenden Nachrichten auch mit dem eigenen Key an sich selbst:
~/.gnupg/gpg.conf
encrypt-to MY_KEY_ID
Der obige lange Befehl für mutt stammt übrigens nicht von mir - er funktioniert trotzdem gut, und findet sich auf den Seiten von Nicolas Rachinsky. Auf seiner Seite gibt es auch einen Patch, der die Sache ein wenig eleganter lösen könnte - bisher aber nicht von mir getestet ist.
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Sat, 26 Jan 2008
Pidgin leaks-DNS
Nach einem Hinweis auf der or-talk-Mailingliste,
überprüfte ich heute auch einmal das Verhalten des Instant-Messengers Pidgin (2.3.1) während des Verbindungsaufbaus durch das
Anonymisierungstool
Tor. Das Ergebnis durch die Eingabe von
tshark -S -i NETWORK_DEVICE -R dns
zeigte eindeutig, dass die DNS-Anfragen bei Nutzung des Jabber/xmpp-Protokolls an Tor vorbei liefen, Pidgin also direkt die Nameserver kontaktiert - dadurch die Anonymisierung des Verbindungsaufbaus also umgeht. Bei Nutzung des ICQ-Protokolls scheint alles sauber zu funktionieren, einzig bei Jabber/xmpp gibt es eindeutig ein Loch.
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Mac-user = mutt-user?!
Vor ein paar Tagen ging eine Mail
über die Mailingliste mutt-users, die mich in Erstaunen
versetzte: Es gibt doch tatsächlich Klickibunti-Mac-User, die den textbasierten Mail-Client mutt benutzen!
Eigentlich nur logisch, dass bei einer System-Migration gerade hier etwas schief laufen musste:
-bash: mutt: command not found
hiess es nach dem Umzug auf ein neues MacBook - wenn da mal kein böser Wille der Mac-Welt dahinter
steckte... :D
sorry, splat...
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Thu, 24 Jan 2008
Debian sarge vs. Windows vista
Das Free Software Magazine hat heute einen
interessanten, eigentlich unmöglich scheinenden,
Vergleich
zwischen Windows vista und Debian sarge veröffentlicht. Der Autor
Terry Hancock geht in seinem Artikel »Impossible
thing #1: Developing efficient, well engineered free software like Debian GNU/Linux« der Frage nach,
inwieweit man die Entwicklung eines komplett freien Betriebssystems mit einem proprietären Gegenpart
vergleichen kann - in Bezug auf Entwicklungskosten, Komplexität und Bedienbarkeit.
Interessant ist dabei vor allem eine Grafik,
die jeweilige Komplexität und Kosten vergleichbarer Komponenten aufzeigt. Hancock schaute sich
dazu das Gesamtpaket Windows vista an, und stellt dem die jeweiligen Debian-Komponenten gegenüber
(nur eine Auswahl, da Debian als Gesamtheit eine ganze Menge mehr an Software mitbringt, als Windows).
Klares Ergebnis dabei: Windows vistas Code ist mehr als drei Mal so umfangreich, als der vergleichbarer Debian-Pakete (Kernel,
libc, X, KDE, Mozilla), und gleichzeitig noch um ein vielfaches teurer.
Fazit:
»So, not only does free software represent a vast amount of effort, but it is apparently very well-engineered and efficient effort leading to an even higher use value than equivalent proprietary products! Not only can free software manage large, complex projects, but it appears to do it better than proprietary methods.«
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Thu, 17 Jan 2008
nvidia-Treiber in Debian
Manchmal ist halt doch die proprietäre Software besser, als das Gegenstück von der
Open-Source-Seite. Bei den nvidia-Treibern liegt das allerdings auch an der mangelnden Zusammenarbeit des
Grafikkartenherstellers mit den EntwicklerInnen freier Software.
Will man also den leistungsfähigeren nvidia-Treiber unter Debian installieren, füge man zuerst
einmal non-free in die sources.list ein: (Um immer den aktuellsten Treiber zu bekommen, nutze ich
für diese Treiber den unstable/sid-Bereich. Das sollte je nach Wunsch abgeändert werden.)
/etc/apt/sources.list:
deb ftp://ftp.de.debian.org/debian/ sid main contrib non-free
deb-src ftp://ftp.de.debian.org/debian/ sid main contrib non-free
Danach führe man ein apt-get update aus, installiere module-assistant und das Paket nvidia-kernel-source:
Anschliessend wechsle man in das Verzeichnis /usr/src und führe den soeben installierten Assistenten aus:apt-get update && apt-get install module-assistant nvidia-kernel-source
cd /usr/src
m-a prepare nvidia
m-a a-i nvidia
Damit werden noch evtl. fehlende Pakete nachinstalliert, und ein fertiges nvidia-Treiber-Debianpaket erstellt und ebenfalls installiert. Damit der neue Treiber auch nach dem nächsen Systemstart benutzt wird, füge man in die Datei xorg.conf noch den Modulnamen ein:
/etc/X11/xorg.conf
Section "Device"
Identifier "nVidia Corporation"
Driver "nvidia"
Ausserdem muss noch der OpenSource-Treiber umbenannt werden, damit er eben nicht geladen wird:
cd /lib/modules/[uname -r]/kernel/drivers/video/nvidia/
mv nvidiafb.ko nvidiafb.ko.DONTUSEME
Danach sollte einem Neustart nichts mehr im Wege stehen, und das nvidia-Modul während des Bootvorgangs geladen werden. Möchte man noch ein wenig an den Feineinstellungen herumspielen, kann man auch noch nvidia-settings installieren:
apt-get install nvidia-settings
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Tue, 15 Jan 2008
Tatort und 24C3
Ersteres ist vielleicht nicht so ganz ontopic hier - aber alle Tatort-Fans wird's freuen: Ab morgen gibt
es nun monatlich ein neues Hörspiel unter radiotatort.ard.de!
Der Radio-Tatort spielt in neun Städten, und ist schon bis Dezember angekündigt. Den Start macht
morgen um 20:05Uhr die Produktion des WDR mit Hauptkommissar Nadir Taraki in Düsseldorf. Weiter geht
es dann am 13.02. mit dem LKA Magdeburg. Die Aufnahmen liegen jeweils im mp3-Format für eine Woche zum
Download bereit.
Neues, und altes überarbeitetes Material kündigte auch Tim
Pritlove vom 24C3 an. Alle bisher veröffentlichten Videos
wurden nun noch einmal encoded, und bieten eine bessere Qualität. Drei Viertel der 100 Videos
stehen schon zur Verfügung - schnell sollen es auch noch mehr werden... ;)
Die Aufnahmen gibt es als Direktdownload auf den Seiten des Chaosradios
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Thu, 10 Jan 2008
Handykarten-Tauschbörse
Seit heute bietet der Arbeitskreis
Vorratsdatenspeicherung eine Tauschbörse
für Prepaid-Handykarten an. Ziel dieser Aktion ist
es, die kürzlich gestartete Verbindungsdatenspeicherung sowie die behördlichen Datenabfragen ad
absurdum zu führen.
Über 1.000 Behörden sind laut AK Vorrat dazu berechtigt,
die Kundendaten der Telekommunikationsanbieter abzufragen. »Laut Bundesnetzagentur rief der Staat im Jahr
2006 über 3 Mio. mal Kundendaten der Telekommunikationsanbieter ab. Polizei, Zollfahndung,
Geheimdienste, Finanzdienstleistungsaufsicht und Zoll haben sogar einen Online-Zugriff auf Name, Anschrift
und Geburtsdatum der Rufnummerninhaber«, so die aktuelle Pressemitteilung.
Das Tauschverfahren ist ganz einfach: Interessierte senden eine freigeschaltete, mit 10€ aufgeladene
Prepaid-Karte mitsamt PIN und frankiertem Rückumschlag an die hier genannte Adresse, und bekommen wenige Tage
später eine ebensolche fremde Karte per Post zurück. Beteiligen sich erst einmal genügend
Leute an solchen Tauschaktionen, wird die umfassende Datenspeicherung und -abfrage bei Prepaid-Karten
sinnlos - und ermöglicht auch noch anonymes Telefonieren.
Der Tausch ist übrigens völlig legal. Man muss allerdings damit leben, dass die unter eigenem
Namen registrierte Karte von Fremden weiterverwendet wird. Durch die Teilnahme an der Tauschbörse
sollte jedoch schnell klar sein, dass die jeweiligen Kundendaten für Behörden keine Beweiskraft
haben können.
UPDATE 17.01.2008: Der AK Vorratsdatenspeicherung hat die Tauschbörse nun vorerst
wieder gestoppt. In einer Meldung, die aktuell unter kartentausch.vorratsdatenspeicherung.de
erscheint, werden keine konkreten Gründe für den plötzlichen Stop genannt. Es wird auch
nicht erwähnt, dass das Ende der Aktion erst nach starker Kritik und Sicherheitsbedenken des CCCB beendet wurde. Die eher peinliche Anmerkung, es habe sich nur um
eine Tauschbörsen-Testphase gehandelt darf man wohl als Ausrede werten, da von einem Test
zuvor keine Rede war. Neben vielen Anderen dürften erst recht die bisherigen TeilnehmerInnen, die nun
ihre Karten zurückbekommen werden, ihr Vertrauen in die Aktionen des AK Vorrat verloren haben.
Ein peinliches Ende also, für eine anscheinend überstürzt angeleierte Aktion.
Hier ein Screenshot von der
Erklärung zum Ende der Tauschbörse
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Tue, 08 Jan 2008
Open Voices - Podcast
Ab sofort wird die Linux Foundation nun in
unregelmäßigen Abständen im neuen Blog Open Voices bekannte Leute aus dem
Open-Source und Linux-Bereich interviewen. Das erste Interview führte der
Geschäftsführer der Linux Foundation mit dem Linux-Gründer Linus Torvalds. Die Aufnahme
steht seit gestern im ogg-, und
mp3-Format
zum Download bereit. Außerdem wird ein Transkript des ersten Teils angeboten. Die
Fortsetzung dieses Interviews soll dann Anfang Februar erscheinen.
Weitere Gespräche sind bereits angekündigt, geführt werden sollen diese unter anderem mit
Ron Hovsepian (Novell), Marten Mickos (MySQL) und Mark Shuttleworth (Ubuntu-Gründer).
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