Wed, 29 Aug 2007

Bundestrojaner heisst jetzt RFS

Über den sogenannten Bundestrojaner (jetzt also RFS: Remote Forensic Software) wird ja in allen möglichen Blogs und Nachrichtenseiten im Netz eine ganze Menge geschrieben und gelästert - daher habe ich mich da bisher nicht auch noch sonderlich eingemischt...

Nun aber wurden auf netzpolitik.org die Antworten des Bundesinnenministeriums auf Fragen des Bundesjustizministeriums und der SPD-Fraktion zu Schäubles Lieblingsspielzeug dokumentiert und kommentiert. Allein das ist alles schon sehr lustig und lesenswert.

Ein heute veröffentlichter kleiner Verriss von Felix von Leitner in seinem Blog veranlasste mich dann aber doch zu diesem Beitrag - da hat man nämlich schon gleich den zweiten Lacher gefunden. Fefe schreibt u.a. zu der Annahme des BMI, Reverse Engineering sei bei dem RFS wegen der verwendeten Verschlüsselung nicht möglich:

Dieser eine Satz reicht, um ihnen sämtliche auch nur in Resten von Fetzen vorhandene Sachkenntnis pauschal abzusprechen. Das ist so grotesk falsch, daß man sich ab dieser Stelle gar nicht mehr inhaltlich mit ihrem Geschreibsel beschäftigen muß, man kann sich auf den Stil beschränken.

Das ist im übrigen eine ähnliche Feststellung, wie sie schon der ChaosComputerClub in seiner Pressemitteilung zu den peinlichen Trojanerbefällen auf Regierungsrechnern veröffentlichte. Andy Müller-Maguhn, der Sprecher des CCC wird darin zitiert:

Die Behauptung des BMI, die Sicherheitsbehörden und das Bundesministerium des Innern (BMI) verfügten �grundsätzlich über genügenden Sachverstand�, erscheint angesichts der Unfähigkeit, Spionage-Trojaner selbst in sensibelsten Bereichen wie im Kanzleramt zu verhindern, als Pfeifen im dunklen Wald.

Sehr schön, wie sich die Schäuble-Leute gerade blamieren... :D
Das verspricht noch sagenhaften Spaß!


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